Kleine bunte Dinger

Ein Teil ihres Charmes liegt in ihrem Ausse­hen. Klein, kantig und far­ben­froh kön­nten sie glatt als Match­box-Autos durchge­hen, die nach einem lan­gen Nach­mit­tag voller Fan­tasiespiele auf dem Tep­pich liegen geblieben sind. Das in klaren Far­ben lack­ierte glat­te Met­all*, die Schriftzüge in Blockschrift, die glänzen­den Regler, die danach ver­lan­gen, gedreht zu wer­den – sie alle wirken, als gehörten sie genau­so in eine Spielzeugk­iste wie auf ein Ped­al­board. Jedes einzelne lädt dazu ein, es in die Hand zu nehmen, es zu drehen und sich vorzustellen, was es wohl kann, noch bevor man es über­haupt ein­steckt.

So wie Spielzeu­gau­tos unwahrschein­liche Aben­teuer auf imag­inären Straßen ver­sprachen, ver­sprechen Ped­ale eine andere Ver­sion von dir selb­st als Musik­er. Dieses hier lässt dich heav­ier klin­gen. Jenes lässt dich klar­er, aus­ge­feil­ter, „pro­fes­sioneller“ klin­gen. Ein anderes lässt dich schim­mern, wirbeln oder in die Ferne hallen. Du reihst sie auf wie eine Flotte aus Erin­nerun­gen und Möglichkeit­en, jedes einzelne ein kleines Kapi­tel in dein­er per­sön­lichen Gitar­ren­mytholo­gie. [Dein­er was??]

Das Versprechen neuer Klangwelten

Man hofft immer, dass das näch­ste Ped­al das­jenige ist, das alles verän­dert. Ratio­nal weiß man zwar, dass das Üben von Ton­leit­ern und das Arbeit­en am Tim­ing viel mehr für das eigene Spiel tun wür­den als ein weit­eres Effek­tpedal, aber das Herz ist nicht ratio­nal. Das neue Ped­al ist da, du packst es aus und schließt es an, und für ein paar Minuten bist du der Gitar­rist, der du immer sein woll­test.

Ein Over­drive-Effekt verdichtet deinen Klang, und plöt­zlich stehst du in Gedanken vor ein­er ganzen Wand aus Ver­stärk­ern. Ein Delay-Ped­al streut hin­ter jed­er Note kleine Wieder­hol­un­gen ein, und du hast das Gefühl, in eine dein­er Lieblingsplat­ten einge­taucht zu sein. Selb­st ein dezen­ter Kom­pres­sor kann den Sound „fer­tiger“ wirken lassen – eher so, wie die Klänge, mit denen du auf Alben aufgewach­sen bist. Das sind nicht nur Schaltkreise; es sind kleine Maschi­nen voller Ver­sprechen, die dir zuflüstern, dass du dieses Mal sofort fan­tastisch klin­gen wirst.

Seltsame Geräusche, wundervolle Orte

Natür­lich gehen manche Ped­ale weit über eine geschmack­volle Klangverbesserung hin­aus. Mod­u­la­tion, Ton­höhen­ver­schiebung, glitchige Hall-Effek­te und exper­i­mentelle Fuzz-Sounds kön­nen einen so weit vom nor­malen Gitar­ren­sound ent­fer­nen, dass man ganz ver­gisst, über­haupt Gitarre zu spie­len. In einem Moment zupft man noch einen Akko­rd, im näch­sten steuert man etwas, das wie ein havari­ertes Raum­schiff oder ein in einem Radio gefan­gener Chor klingt. [Ich glaub hier muss ich nochmal ran]

Diese Klänge sind in ein­er Band nicht immer willkom­men. Der Schlagzeuger will Klarheit, der Bassist will Raum, und da bist du nun und ver­wan­delst deinen sauberen Rhyth­mus-Sound in einen Bienen­schwarm, der durch einen kaput­ten Kas­set­ten­reko­rder ges­trahlt wird. Doch genau diese aus­ge­fal­l­enen Geräusche kön­nen der Schlüs­sel sein, um Teile dein­er Kreativ­ität freizuset­zen, die höfliche Töne niemals erre­ichen. Wenn du nicht ganz weißt, was passieren wird, wenn du diesen Regler noch ein biss­chen weit­er drehst, musst du anders zuhören, anders reagieren, anders spie­len.

Sich verlieren kreiselnder Kreativität

Es liegt eine ganz beson­dere Freude darin, sich völ­lig in einem einzi­gen Effek­tpedal zu ver­lieren. Man begin­nt mit etwas ganz Ein­fachem – einem Riff, einem Akko­rd, einem Melodiefet­zen – und dreht an einem der Regler, und es verän­dert sich alles. Man schal­tet ein weit­eres Ped­al dazu, und das Ganze verz­er­rt sich bis zur Unken­ntlichkeit. Die Zeit dehnt sich aus, die Ton­höhe schwankt, Klang­far­ben ver­schmelzen miteinan­der. Aus Minuten wird eine Stunde, und man ver­gisst völ­lig, was man eigentlich spie­len wollte.

Diese Box­en kön­nen dich in Bere­iche zufäl­liger Kreativ­ität ent­führen, die sich fast schon gen­er­a­tiv anfühlen. Du spielst nicht mehr nur; du arbeitest mit der Schal­tung zusam­men. Das Ped­al ben­immt sich etwas eige­nar­tig, reagiert auf uner­wartete Weise auf deine Dynamik, ver­set­zt sich selb­st in Rück­kop­plung, und plöt­zlich fol­gst du ihm, anstatt es zu führen. Das ist zugle­ich beun­ruhi­gend und berauschend, als würdest du in einen Teil dein­er eige­nen Vorstel­lungskraft vor­drin­gen, von dem du nicht wusstest, dass er existiert.

Der seltsame Trost des Pedalboards

Wenn man genug dieser winzi­gen Geräte auf ein­er Pla­tine zusam­men­baut, entste­ht etwas, das aussieht wie eine Mis­chung aus ein­er Spielzeugeisen­bah­nan­lage und einem Bedi­en­pult aus einem alten Sci­ence-Fic­tion-Film. Kabel schlän­geln sich wie Schienen zwis­chen ihnen hin­durch. LEDs blinken beruhi­gend unter den Füßen. Eigentlich ist es absurd, so viele Geräte zu benöti­gen, nur damit eine Gitarre auf leicht unter­schiedliche Weise „klir­rt“. Und doch liegt darin ein gewiss­er Trost.

Jedes Ped­al birgt eine Erin­nerung: den ersten Auftritt, bei dem man es gewagt hat, es einzuschal­ten, die nächtliche Auf­nahme­ses­sion, bei der es einen lang­weili­gen Part gerettet hat, den Nach­mit­tag, an dem man end­los an einem einzi­gen Sound herumgetüftelt hat, bis er genau, ja ger­adezu unmöglich per­fekt klang. Sie sind selt­sam und wun­der­bar, kindisch und ernst, unprak­tisch und zutief­st inspiri­erend zugle­ich.

Let­z­tendlich sind Gitar­ren­ef­fek­tpedale mehr als nur Werkzeuge. Sie sind kleine Kästchen voller Nos­tal­gie und Möglichkeit­en, in leuch­t­en­den Far­ben lack­iert, die einem – jedes Mal, wenn man eines ein­schal­tet – ver­sprechen, dass als Näch­stes etwas Uner­wartetes und Wun­der­schönes passieren kön­nte.

*Some come in plas­tic though …

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Imaginary Pedals 2.0

Ich habe ein­fach das getan, was ich immer tue: den Namen des Ped­als und die Beschrif­tun­gen der Regler angegeben. Dazu noch die Farbe des Gehäus­es und den Hin­weis, dass im Hin­ter­grund ein Ver­stärk­er und eine Gitarre zu sehen sein soll­ten. Und ich habe darauf hingewiesen, dass es sich (in diesem Fall) um eine Wer­beil­lus­tra­tion aus den 1960er Jahren han­deln sollte.

GPT Image 2 Low – trotz sein­er unglück­lichen Namensge­bung – hat kom­plett über­nom­men, Text gener­iert, Humor einge­bracht und mich vor Staunen die Augen reiben lassen. Und ja, es hat mich tat­säch­lich zum Lachen gebracht!

Das heißt wohl, ich werde jet­zt sog­ar in meinem eige­nen Hob­by immer über­flüs­siger. 

Es gab ein paar Bild­fehler, aber nicht viele. Weit weniger als bei meinen früheren aus­gedacht­en Gitar­renpedalen. Ist das also der neue Indus­tri­e­s­tandard? Habe ich bis dahin nur das richtige Mod­ell überse­hen? Was sagen die Experten dazu?